Fast Fashion – Der Teufel unserer Zeit

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In einem meiner ersten Beiträge habe ich meine Vorliebe für Ökomode angedeutet. Ich weiß, dass den meisten von euch bereits klar ist, welche Probleme es in der Textilindustrie gibt. Ihr seid natürlich alle super informiert und das Thema hängt euch beim Kragen raus. Klar doch immer dieses Gelabere. Stop. Halt. Wenn ich in die Stadt gehe und die großen Billigketten reinschaue, sehe ich Menschenmengen wie ich sie nichtmal vom Christkindlmarkt in Innsbruck, Bozen oder sonst wo kenne. Also nehmt euch die Zeit und lest diesen Beitrag. Vielleicht wisst ihr wirklich schon alles, aber vielleicht ist es auch wichtig sich gewisse Sachen immer wieder ins Bewusstsein zu rücken!!
Fast fashion gehört mittlerweile zu unserer Gesellschaft wie Smartphones. Im Augenblick in dem man einen Trend auf den Laufstegen erblickt, kann man dessen Kopie bereits in den Billigketten um einen Schleuderpreis kaufen. Dieser Wahnsinn zwingt die Modeindustrie die Preise ständig zu senken. Es geht nur mehr darum alles schnellstmöglichst zu kopieren und dann so schnell wie möglich auf die Ladentische zu bringen. Kopieren – in Massen produzieren – verkaufen – kopieren – in Massen produzieren – verkaufen… Damit wird auch die Einzigartigkeit der Mode zerstört.
Die Gefahren von Fast fashion werden immer ersichtlich und ein Umdenken hin zu Ökomode ist notwendiger denn je. Aber es reicht nicht umzudenken, man muss auch bereit sein einen fairen Preis für ein Kleidungsstück zu zahlen. Man braucht nicht 30 T-Shirts, die nach zwei Monaten ausgetragen sind, vielleicht reichen auch zwölf T-Shirts, die ein bisschen mehr kosten aber dafür auch eine ganz andere Lebensdauer haben und UNTER FAIREN BEDINGUNGEN PRODUZIERT WURDEN! Erinnert euch nochmal zurück ins Jahr 2013. Am 24. April 2013 ist das Rana Plaza in Bangladesch eingestürzt, 1.133 Menschen starben und nochmals 3.000 wurden verletzt. Viele bekannte Marken ließen bis dahin im Rana Plaza produzieren, nur die wenigsten davon haben den Hinterbliebenen, Verwandten der Opfer oder denjenigen die seit diesem Tag nicht mehr im Stande sind zu arbeiten, finanzielle Hilfe angeboten. An diesem schrecklichen Unfall tragen wir alle unsere Mitschuld, wir die wir täglich in diesen Ketten einkaufen und keinen Gedanken daran verschwenden, warum eine Jeans nur 25 € kostet.
Aber eines haben wir diesem Unfall zu verdanken: seitdem sind die Zustände in der Textilindustrie auch in der Mitte unserer Gesellschaft angekommen.
Ich möchte hier nochmal die wichtigsten Infos zur Textilindustrie in den Entwicklungsländern zusammenfassen:

  • Eines von acht Kindern zwischen 4-15 Jahren arbeitet in der Textilindustrie.
  • Die meisten Arbeiter können mit 25 Jahren nicht mehr arbeiten gehen, weil sie an Atemerkrankungen, auf Grund der Chemikalien in der Produktion, leiden.
  • Frauen werden oft zur Empfängnisverhütung gezwungen, damit sie nicht mehr schwanger werden können.
  • Physische, Verbale und sexuelle Nötigung gehören in vielen Fabriken zum Alltag.
  • Die Arbeiter verbrauchen 75% ihres Lohnes nur um Lebensmittel zu kaufen. Die restlichen 25 % reichen da häufig nicht mehr aus um andere monatliche Kosten, wie Miete, Bildung (der Kinder)… zu decken. Dies zwingt sie in einem Kreislauf, aus dem man nur schwer herauskommt: keine Bildung, keine Chance auf einen anständigen Job, keine Chance auf ein “normales” Leben.
  • 260 Millionen Kinder arbeiten in Textilfabriken, 61% in Asien, 32% in Afrika und 7% in Lateinamerika.
  • Dreckige und unhygienische Arbeitsbedingungen führen zu natürlich auch zu Krankheiten. Arbeiter, die aus welchem Grund auch immer nicht zur Arbeit erscheinen, verlieren sofort ihren Arbeitsplatz und werden ausgetauscht.
  • Es gibt keinerlei Versicherungen, auch nicht Krankenversicherungen.
  • 25 Millionen Kinder jährlich sterben an den schlechten Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie
  • In den USA schmeißt ein Bürger im Durchschnitt jährlich 30 kg Bekleidung in den Müll.

Also mach deine Hausaufgaben und informiere dich über die Geschäfte in denen du einkaufst: Wo wird produziert? Unter welchen Bedingungen wird produziert? Wie viel verdienen die Arbeiter?… Im Internet gibt es genügend Quellen und man muss nicht stundenlang suchen, um an die gewünschten Infos zu kommen. Machst du das nicht, trägt deine Faulheit dazu bei, dass das herrschende System in den Entwicklungsländern ihre Legitimität beibehält!

Seas und bis bald,
euer Dominic

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