One Planet Summit – Es hätte sinnvoll werden können!

Paris, Frankreich. Für einige Stunden verwandelte sich Paris wieder einmal zur Welthauptstadt des Umweltproblems. Auf Initiative von Präsident Emmanuel Macron wurde der “One Planet Summit” organisiert. Das Ziel der Veranstaltung war es nationale und internationale Leader, sowie auch öffentliche und private Organisation mit Fokus auf die Finanzwelt zusammenzubringen und eine Diskussion darüber anzuregen, wie man dem Klimawandel gemeinsam entgegen wirken könnte.

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Emmanuel Macron mit Teresa May, Quelle: zimbio.com

Auf einer politischen Ebene war das Treffen eine gute Möglichkeit international Frankreichs Leaderrolle im Kampf gegen den Klimawandel zu festigen (auch wenn nicht immer ganz im Einklang mit Frankreichs Politik auf nationaler Ebene). Externe Beteiligte, wie z.b. NGO´s erwarteten sich vom Treffen innovative Initiativen, konkrete Lösungsansätze und Aktionen und ein starkes Bekenntnis die Finanzwelt nachhaltiger zu gestalten.

In den Medien hörte man von Arnold Schwarzeneggers erscheinen auf einem der Pariser shared bikes, Bill Gates Versprechen Kleinbauern überall auf der Welt zu helfen und einem begeistert zuhörenden Leonardo DiCaprio. Aber was wurde im “One Planet Summit” konkret beschlossen?

Wir haben die wichtigsten Kernpunkte für euch zusammengefasst:

1. Public finance soll die Straße pflastern

Um die Ziele des Übereinkommens von Paris zu erreichen, sind massive Investments nötig. Entsprechend der Internationalen Energieagentur müssten jährlich 3,4 Trillionen Dollar im Energiesektor investiert werden, damit die Temperatur in den nächsten 30 Jahren weniger als 2 Grad Celsius steigt. In der Zwischenzeit hat der Bankensektor zwischen Januar 2014 und September 2017 den größten Unternehmen in der Kohleindustrie einen Überschuss von 600 Billionen Dollar durch Kredite und Rückversicherungen zu Verfügung gestellt.

Klingt widersprüchlich oder? Dieser Widerspruch wurde auch von der Weltbank erkannt, welche sich auf dem “One Planet Summit” dafür aussprach Projekte im Erdölbereich nach 2019 nicht mehr finanziell zu unterstützen. Mit diesem Bekenntnis hat die Weltbank ihre Führungsrolle in der Finanzwelt gezeigt und hat dafür auch Zuspruch von NGO´s wie Greenpeace erhalten.

Die EU hingegen hat angekündigt, umweltfreundliche Projekte mit bis zu 9 Billionen Dollar zu unterstützen, auch wenn Beobachter sagen, dass dieses Projekt eigentlich bereits bestehe und nur neu verpackt vorgestellt wurde. Die Summe ist auf jeden Fall beträchtlich, es ist jedoch auffällig, dass dieses Projekt zu einer Zeit angekündigt wurde, in der die Führerrolle der EU im Umweltproblem umstritten ist. Auf jeden Fall hätte man von der EU mehr erwarten können, hauptsächlich hinsichtlich der bestehenden Zusammenarbeiten mit der Erdölindustrie. Hoffen wir mal auf das nächste Treffen!

2. Der private Sektor

Eine positive Nachricht kommt aus dem privaten Sektor. Der größte multinationale Konzern Frankreichs, die Versicherungsagentur AXA, hat angekündigt, jede Investition im Bereich der Kohlekraftwerke zu stoppen und 2,5 Billionen Euro an Investitionen aus diesem Bereich zurückzuziehen. Außerdem will das Unternehmen die Investitionen im grünen Bereich um mehr als 8 Billionen Euro anheben.

Alstom CEO spricht auf dem One Plante Summit
Alstom CEO spricht auf dem One Plante Summit, Quelle: alstom.com

Außerdem haben 91 französische Unternehmen das“French Business Climate Pledge” angekündigt. Sie haben versprochen in erneuerbare Energien und Energieeffizienz zu investieren.

3. Die Wohltäter greifen weiterhin tief in ihre Taschen

Die zahlreichen privaten Wohltäter, die am Treffen anwesend waren, lassen hoffen. Die Bill & Melinda Gates Foundation hat zugesichert Kleinbauern gegen die Folgen des Klimawandels zu schützen. Der ehemalige New Yorker Bürgermeister, Michael Bloomberg, Präsident des America ´s Pledge, eine Vereinigung vom amerikanischen Unternehmen, die weiterhin an den Zielen des Pariser Übereinkommen festhalten, hat den starken Willen der Vereinigung bestätigt.

4. Nationale Verpflichtungen

Es muss jedoch betont werden, dass nationale Regierungen wiederum keine Verpflichtungen im Kampf gegen den Klimawandel eingegangen sind. Wie es oft der Fall ist, fehlt der politische Wille, wenn es konkret darum geht, etwas zu ändern. Obwohl es besonders wichtig wäre, auf nationaler Ebene unsere Wirtschaftsmodelle über Entwicklung, Produktion und Konsum zu überdenken.

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Das Motto des Treffens, Quelle: rfi.ro

Hinsichtlich dieser Ergebnisse muss man sagen, dass der Slogan “Making our Planet great again” nur für die Presse gedacht war.

Seas uns bis bald,

Dominic

 

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